Baumpilze und Schädlinge

Bei der Baumbegutachtung ist es besonders wichtig, ungewöhnlichen Erscheinungen am unteren Stammbereich, am Stamm selbst und im Kronenbereich Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur stellen z.B. Astbrüche eine Gefahr von oben aus dar, sondern auch Wurzeldefekte im unteren Baumbereich.

 

Ein mögliches Anzeichen für Defekte im Holzkörper können Pilzfruchtkörper sein. Diese verursachen - je nach Art des Pilzes und Art des Baumes - verschiedene Fäulen im Holz, die entsprechend der Zersetzungsgeschwindigkeit schneller oder langsamer voranschreiten. Eine Bestimmung der Fruchtkörper in Verbindung mit der Baumart ist daher unbedingt notwendig.

Bedeutende Pilze für die Beurteilung der Verkehrssicherheitspflicht

Verkehrssicherheitspflicht ist ein Sammelbegriff für alle Maßnahmen, die der Sicherheit des Verkehrs, insbesondere des Straßenverkehrs, dienen - z.B. Bruchsicherheit in der Krone und Standsicherheit im Wurzelbereich.

 

Zunderschwamm (fomes fomentarius): Mehrjährige, sehr harte Fruchtkörper mit grauer/brauner Färbung meist im Stammbereich. Holzabbau vom Kernholzbereich ausgehend.

 

Zunderschwamm

 

Schwefelporling (laetioporus sulphureus): Einjähriger Fruchtkörper meist zum Sommerbeginn mit auffällig schwefelgelber Färbung. Rascher Holzabbau bereits nach kurzer Zeit.

 

Schwefelporling, Quelle: Doug Bowman

 

Brandkrustenpilz (ustulina deusta): Krustenförmiger, mehrjähriger Fruchtkörper. Jung weiß/grau, alt schwarz. Meistens am Stammfuß, auch in Astgabeln und Löchern. Rasch fortschreitende Holzfäule.

 

Schwerer Schaden durch Brandkrustenpilz

Käferbefall

Merkmale für Käferbefall sind kleine, kreisrunde Bohrlöcher in den Stämmen, vorhandenes Bohrmehl am Stammfuß bzw. an den Bohrlöchern oder Fraßschäden im Laub.

 

Fraßschäden durch Käferbefall

 

Da die meisten Käfer eher zu den sekundären Schädlingen zählen (bedingt durch Pflanzenstress wie Trockenheit, Spätfrostlagen, Standort- oder Nährstoffprobleme) ist die beste Vorbeugung, einen gesunden Baumbestand zu haben (=integrierter Pflanzenschutz: richtige Sortenwahl, ausreichend Durchwurzelungsmöglichkeit und Nährstoffverfügbarkeit am Standort bzw. im Boden, fachlich durchgeführte Pflanzung und Pflege etc.). Eine chemische Bekämpfung ist jedoch meistens möglich.

 

Einige bedeutende Käferarten:

 

Borkenkäfer: Über 100 Arten, Größen zwischen 1-10 mm, besiedeln Laub- und Nadelbäume, Schadbild - Verlichten der Krone.

Bockkäfer: Über 50 Arten, Größen zwischen 10- 20 mm, besiedeln morsches und lebendes Holz, Schadbild: Welkeerscheinungen, unregelmäßiges Anschwellen der Rinde sowie Saftfluss am Stamm.

Prachtkäfer: Über 100 Arten, Größen zwischen 3- 25 mm,  besiedeln morsches und lebendes Holz, Schadbild: Welkeerscheinungen, unregelmäßiges Anschwellen der Rinde sowie Saftfluss am Stamm.

 

 

 

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Zunderschwamm

Fraßschäden durch Käferbefall